Klettergarten Wormser Hütte

Der Klettergarten des DAV-Worms an der Wormser Hütte liegt auf knapp 2300 Metern, und ist in etwa 5 Minuten aus vom Stützpunkt zu erreichen. 2010 wurden hier die ersten Bemühungen von vier Wormser unternommen, um den Klettergarten einzurichten. 2014 nahmen zwei Weitere vom DAV-Worms die Arbeiten auf sich, und erweiterten den Klettergarten um einige Routen. Hierbei lag das Augenmerk nicht nur darin im selben Stil weitere Routen zu erschließen, sondern das breite Spektrum des Kletterns den Nutzern des Klettergartens zu ermöglichen. Dabei wurden bewusst die Felsstrukturen beachtet. Damit wird jedem Nutzer ermöglicht, sich im Umgang mit mobilen Sicherungsmitteln zu üben, oder auch mal in das Klettern von Mehrseillängen hinein zu schnuppern.

Bei den neuen Erschließungen wurden andere Kriterien an das Material und die Bewertung gestellt und die bestehenden Routen entsprechend angepasst, in ihrem Ursprungszustand aber nicht verändert. Die einzige Ausnahme bildet die Route Alla Wormatia, die von UIAA 7- auf UIAA 6- abbewertet wurde.

Die Abkürzung KX bedeutet Kettenstand, XX hingegen bedeutet Bohrhakenstand, bei dem man die beiden einzelnen Bohrhaken mittels Bandschlinge und Karabinern selbst verbinden muss. Ebenfalls wurde eine Ernsthaftigkeits-Bewertung (E) eingeführt. Diese drückt einerseits die Möglichkeit zum Legen mobiler Sicherungsmittel aus, gleichzeitig gibt sie aber auch Aufschluss über das potentielle Risiko. Hierbei bedeutet:

E1 = sehr gute und viele Möglichkeiten zum Legen mobiler Sicherungsmittel, mit potentiell geringem Risiko
E2 = gute Möglichkeiten zum Legen mobiler Sicherungsmittel aber mit Run-Outs, mit potentiellem Risiko
E3 = vereinzelt Möglichkeiten zum Legen mobiler Sicherungsmittel vorhanden, mit potentiell hohem Risiko

An dieser Stelle sei die Ernsthaftigkeit einer Route, die mit E2 oder E3 bewertet wurde, deutlich hervorgehoben. Wer eine solche Route klettern möchte, muss sich hier den Risiken vollkommen bewusst sein. Hier sind die zwingend zu durchkletternden Passagen weitaus größer, als die vorhanden Sicherungsabstände. Ein Sturz in einer solchen Route kann durchaus ernsthafte Folgen haben.

Sämtliche bisher bestehende Routen mit einer E-Bewertung wurden mit Black-Diamond Camelots abgesichert. Ein paar Bandschlingen zur Verlängerung verbessern den Seilverlauf deutlich.

Achtung: Bei der Nutzung von Bandschlingen als Verlängerung verändern sich die Sicherungsabstände und damit auch die Sturzweiten.

Ein Seil von 70 Metern reicht grundlegend aus, sofern die Abseiltechniken bekannt sind und einige Routen auf zwei Seillängen geklettert werden. Ebenfalls ist ein Satz von 10 Expressen und ein paar Schraub-Karabinern ausreichend. Selbstredend muss ein Gurt, sowie ein Helm und wetterfeste Kleidung mitgeführt werden. Auch wenn es sich um einen Klettergarten handelt, bewegen wir uns bei 2300 Höhenmetern durchaus im alpinen Gelände und Wetterstürze sind immer zu erwarten. Das Material ist selbst mitzubringen und ein Gepäcktransport zur Hütte ist möglich. Material zum Klettern kann nicht beim Hüttenwirt ausgeliehen werden.

Stand: 17.08.2014
Seiler, Eric Rouven
Felswart, Trainer C Sportklettern