Klettern & Bergsteigen, Baden & Rafting sowie Spaß auf dem Zeltplatz und in der Natur – elf Wormser Kletterer im Bergort La Grave

Die Region und der Nationalpark les Écrins waren einigen schon von der vorherigen Fahrt bekannt, die Höhe des Zeltplatzes war diesmal Prämiere.

Auf 1400 Metern lag er inmitten von Bergen, neben saftigen Wiesen und an einem schönen, sehr kalten Gebirgsfluss - darin ging spätestens bei der Raftingtour der Letzte einmal baden. Die alpine Lage machte sich direkt am ersten Abend bemerkbar: Nach dem Aufbauen der neuen Vereinszelte und dem traditionellen Ankunftsabendessen (Nudeln mit Gemüsesoße) tauchte die Nacht den am Tag so oft strahlend blauen Himmel und die beeindruckende Bergkulisse in tiefes schwarz mit klarer Sternensicht. Nach einigen Tagen lernten wir sogar anhand des Sternstandes die Uhrzeit abzulesen.

Um Baguette und Croissants einzukaufen stiefelten wir jeden Morgen einige Höhenmeter in den Ort La Grave zum einzigen Lebensmittelladen in der Umgebung. Jeder der wollte, durfte im Laufe der Fahrt auf Französisch bestellen. Typisch für den Ort sind die aus Stein gebauten Häuser, das Verhältnis von 5:1 zwischen Sportbekleidungsgeschäften und Lebensmittelladen sowie die Menschen mit ihren braun gebrannten Gesichtern, Wanderrucksäcken, Multifunktionskleidung, durchtrainierten Waden und sogar Pickel und Steigeisen für die ganz hohen Berge. Mit in diese Kulisse gehört auch die téléphèrique - die Seilbahn.

Ziel unserer diesjährigen Jugendgruppenfahrt im Sommer war das kleine Bergdorf Valbonnaise in den West-Alpen in Frankreich – etwa 40 km südöstlich gelegen von Grenoble und etwa 40 km östlich entfernt von der Region Vercors, wo wir zwei Jahre zuvor unterwegs waren.

Nach ca. 9 Stunden Fahrt erreichten wir unser Zuhause für die nächsten 11 Tage – den „Camping du Lac de Valbonnais“ - einen sehr schönen Campingplatz mit Badesee, gelegen inmitten der Berge, an dem Gebirgsfluss „La Bonne“. Unser Camp konnten wir an diesem Tag noch vor der Dunkelheit aufbauen und auf das sehr durchwachsene Wetter der nächsten Tage vorbereiten.

Am nächsten Tag regnete es dann auch – wir erkundeten den nahegelegenen Flusslauf und die Umgebung. Als Alternative zum Klettern entschieden wir uns für eine Rafting Tour mit einem Guide auf der „La Bonne“. Nach einer kurzen Einführung wie man sich auf dem Fluss verhalten sollte ging es auch schon los. Nur wenige von uns hatten bereits Erfahrung im Raften und dementsprechend chaotisch fuhren wir flussabwärts. Nach 6 km und ca. 1,5 h – gerade als wir anfingen den Fluss zu beherrschen – war der Spaß dann auch leider wieder vorbei.

Ich war hier, du bist hier, Murmeltier.

So lautete der Eintrag ins Gipfelbuch auf unserem Klettersteig von Lichtenstein nach Österreich. Genau genommen waren es der Fürstensteig und der Drei Schwestern Steig, die Teil einer 7 stündigen Gradwanderung waren und für uns die spannendste Tour der einwöchigen Fahrt darstellten. Am höchsten Punkt der Route, dem Kuhgrat (2.123m), konnten wir wieder ordentlich Sonne tanken, nachdem wir bei frischen 6 Grad die Nacht am Einstieg verbracht haben. Und auch die beiden Tage zuvor ließ das Wetter zu wünschen übrig: Nachdem wir mit dem Lift hoffungsvoll in Badehose und mit Sonnenbrille zur Wormser Hütte gefahren sind, konnten wir oben leider nur einen nieseligen Nebel Ausblick genießen. Umso besser konnten wir im Klettergarten direkt bei der Hütte nochmal die Kletterkommandos wiederholen, auf die wir bei dieser eingeschränkten Sicht durchaus angewiesen waren.

„Lass uns von innen weiter beladen, der Kofferraum ist schon zu voll.“, hört man Marius, den frisch gebackenen Jugendleiter, am Ostermontag über den BIZ-Parkplatz rufen. Von allen Seiten werden ihm Isomatten, Schlafsäcke, Zelte und Taschen gereicht. Nach einer Weile ist alles im roten Bus verstaut, was man für eine Woche Zelten und Klettern benötigt. (Destination: Südvogesen) Bei der Zielregion zeigt sich eine Kontinuität: Zum dritten Mal bricht die neunköpfige Jugendgruppe des Alpenvereins an Ostern in die elsässischen Vogesen auf. Diesmal in die Nähe von Gérardmer auf einen naturbelassenen Zeltplatz direkt an einem kleinen See mit Kanus inmitten des Waldes. Die Sonne scheint bei der Ankunft.

Für den Führerschein braucht man ihn, genauso wie für die Jugendleiterausbildung: den Erste Hilfe Kurs. Wie war das nochmal mit den Notfallmaßnahmen und was muss eigentlich alles in das Erste Hilfe Set? Vage Erinnerungen an Theoriestunden und die Übungsmaßnahmen an Plastikpuppen schlummern in irgendeiner verborgenen Ecke des Gedächtnisses. Doch wie würde man im Realfall reagieren ohne vorher jemals einer gleichartigen Situation ausgesetzt gewesen zu sein? Unter diese Leitfrage war die Fortbildung Erste Hilfe Outdoor von 8.-10.Mai in Dahn gestellt. In Kooperation mit dem DRK Bad Dürkheim und unter Leitung des Referenten Bernd Becker stellten zwei Mimen, ein Rettungsassistent und fünf Teilnehmer realistische Notfallsituationen im Pfälzerwald nach. Ohne großartige Einweisung ging es am Samstagvormittag in einer zweier und einer dreier Gruppe zu den ersten Verletzten, die es nun galt fachgerecht zu versorgen. Je ein Beobachter machte sich während des Vorgangs Notizen und besprach die Maßnahmen in einer Retroperspektive.