Tourenberichte

Ich war hier, du bist hier, Murmeltier.

So lautete der Eintrag ins Gipfelbuch auf unserem Klettersteig von Lichtenstein nach Österreich. Genau genommen waren es der Fürstensteig und der Drei Schwestern Steig, die Teil einer 7 stündigen Gradwanderung waren und für uns die spannendste Tour der einwöchigen Fahrt darstellten. Am höchsten Punkt der Route, dem Kuhgrat (2.123m), konnten wir wieder ordentlich Sonne tanken, nachdem wir bei frischen 6 Grad die Nacht am Einstieg verbracht haben. Und auch die beiden Tage zuvor ließ das Wetter zu wünschen übrig: Nachdem wir mit dem Lift hoffungsvoll in Badehose und mit Sonnenbrille zur Wormser Hütte gefahren sind, konnten wir oben leider nur einen nieseligen Nebel Ausblick genießen. Umso besser konnten wir im Klettergarten direkt bei der Hütte nochmal die Kletterkommandos wiederholen, auf die wir bei dieser eingeschränkten Sicht durchaus angewiesen waren.

„Lass uns von innen weiter beladen, der Kofferraum ist schon zu voll.“, hört man Marius, den frisch gebackenen Jugendleiter, am Ostermontag über den BIZ-Parkplatz rufen. Von allen Seiten werden ihm Isomatten, Schlafsäcke, Zelte und Taschen gereicht. Nach einer Weile ist alles im roten Bus verstaut, was man für eine Woche Zelten und Klettern benötigt. (Destination: Südvogesen) Bei der Zielregion zeigt sich eine Kontinuität: Zum dritten Mal bricht die neunköpfige Jugendgruppe des Alpenvereins an Ostern in die elsässischen Vogesen auf. Diesmal in die Nähe von Gérardmer auf einen naturbelassenen Zeltplatz direkt an einem kleinen See mit Kanus inmitten des Waldes. Die Sonne scheint bei der Ankunft.

Für den Führerschein braucht man ihn, genauso wie für die Jugendleiterausbildung: den Erste Hilfe Kurs. Wie war das nochmal mit den Notfallmaßnahmen und was muss eigentlich alles in das Erste Hilfe Set? Vage Erinnerungen an Theoriestunden und die Übungsmaßnahmen an Plastikpuppen schlummern in irgendeiner verborgenen Ecke des Gedächtnisses. Doch wie würde man im Realfall reagieren ohne vorher jemals einer gleichartigen Situation ausgesetzt gewesen zu sein? Unter diese Leitfrage war die Fortbildung Erste Hilfe Outdoor von 8.-10.Mai in Dahn gestellt. In Kooperation mit dem DRK Bad Dürkheim und unter Leitung des Referenten Bernd Becker stellten zwei Mimen, ein Rettungsassistent und fünf Teilnehmer realistische Notfallsituationen im Pfälzerwald nach. Ohne großartige Einweisung ging es am Samstagvormittag in einer zweier und einer dreier Gruppe zu den ersten Verletzten, die es nun galt fachgerecht zu versorgen. Je ein Beobachter machte sich während des Vorgangs Notizen und besprach die Maßnahmen in einer Retroperspektive.

Von 2.-3. Mai ging es mit einer Gruppe von fünf Jugendlichen und zwei Betreuern des Alpenverein Worms zum Slackline Festival nach Rüsselsheim. Jedes Jahr verwandelt sich dort das Waldschwimmbad in ein Paradies für Slackliner. Die Trendsportart „Slacklining“, die an das Drahtseillaufen erinnert, entstand in den 1960er Jahren in den USA, als Kletterer aus Langeweile anfingen auf Absperrketten und -tauen von Parkplätzen zu balancieren. Die Absperrketten wurden zu Spanngurten und die Spanngurte zu Slacklines. Zwischen den Kiefern am Seeufer sind unzählige dieser Slacklines gespannt -- stramme, lockere, kurze, lange, breite, schmale. Ziel ist es von einer auf die andere Seite zu balancieren. Für die besonders Mutigen stand zusätzlich eine Highline in luftigen vier Meter Höhe und eine Waterline zur Verfügung.

Leitung: Felix Sell

Höhepunkt der Kinder- und Jugendwanderungen war auch dieses Jahr wieder die Nikolauswanderung am 7.12.2014. Treffpunkt war der Wanderparkplatz an der Kaltenbrunner Hütte in Neustadt an der Weinstraße. Zahlreiche Familien waren mit Kind und Hund an die Kaltenbrunner Hütte gekommen. Von dort aus führte ein schmaler Waldweg mit kurzem steilem Aufstieg auf eine kleine Lichtung mit Wetterschutzhütte. Dort wurden anschließend die Familien vom Nikolausteam begrüßt. Kaum oben angekommen, ging es auch schon wieder an den 20-minütigen Abstieg, entlang eines alten Römerwalls zum Naturfreundehaus Heidenbrunnertal. Dort erwartete uns schon das Bewirtungstrio der Hütte. Hunger und Durst konnten aber rasch gestillt werden. Die Kinder konnten in einer Ecke Weihnachtsbaumschmuck bastlen oder Bilder ausmalen.